PresseStimmen

 

 

„Senfkorn“ verbindet Spaß mit Lernen

 

Von Doreen Hotzan


 

Katrin Völpel und die Handpuppe Maya bilden ein gutes Team. Sie freuen sich auf Kinder und Erwachsene, die bei „Senfkorn. Der Laden für LebensWachstum.“ auf der Kunnerwitzer Straße vorbeischauen. Neben vielen Kinderprojekten bietet die Kulturpädagogin auch Seelsorge und Lebensberatung für Kinder und Erwachsene an. Foto: Pawel Sosnowski

 


Lisabeth Horschig ist erst sieben Jahre alt, hat aber bereits ein Buch geschrieben. Ermöglicht wurde ihr das durch die Teilnahme an dem Projekt „Wir schreiben ein Buch!“, das von Kulturpädagogin Katrin Völpel geleitet wird. Begeistert hat die Siebenjährige in der Ende April dieses Jahres gegründeten Einrichtung „Senfkorn. Der Laden für LebensWachstum.“ auf der Kunnerwitzer Straße an ihrer Geschichte gearbeitet. Sie hatte viel Spaß in der Rolle als Schriftstellerin und hat gelernt, sich besser auszudrücken. „Ich setze auf die Fantasie der Kinder. Die Freude steht im Vordergrund, nicht die Rechtschreibung“, erläutert Katrin Völpel ihr Prinzip. Auch die Mutter von Lisabeth ist begeistert. „Frau Völpel kann wunderbar auf Kinder eingehen und ihnen Dinge entlocken, von denen sie selber nicht wissen, dass sie in ihnen stecken“, so Frau Horschig.

Die verschiedenen Projekte, wie zum Beispiel „Wir erforschen eine Stadt!“ oder „Wir entdecken die Mathematik im Alltag!“, bietet die junge Existenzgründerin auf christlicher Basis als ein ergänzendes außerschulisches Angebot an. Sie sind jedoch nicht nur für die Lernförderung gedacht. Für die Görlitzerin sind sie auch eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung für Kinder mit Schulfrust, höherer Begabung und unterdurchschnittlichen Leistungen. Es können Kinder im Alter von fünf bis zwölf Jahren teilnehmen.

Lebensberatung und Seelsorge

In ihrem Laden bietet sie neben den Kinderprojekten auch Seelsorge und Lebensberatung für Kinder und Erwachsene an. Dafür hat sie extra Zusatzausbildungen absolviert.

Die Arbeit mit Kindern hat der 29-Jährigen immer Spaß gemacht. Nach ihrem Kulturpädagogikstudium war sie Reiseleiterin für Kinder in Italien und unterrichtete in der Schweiz bei dem Verein Aspos sozial schwache Kinder. In Detmold sammelte sie bei zwei Kirchengemeinden Erfahrungen in der offenen Kinder- und Jugendarbeit. 2006 zog es die Görlitzerin wieder in die Heimat. Sie fand eine Anstellung als Lehrerin an der Freien Evangelischen Grundschule, die sie jedoch 2008 verlor. So kam sie auf die Idee, sich selbstständig zu machen. Der ungewöhnliche Name des Ladens hat einen biblischen Hintergrund. „Das Senfkorn steht für Lebenswachstum“, erläutert Katrin Völpel.

Bisher ist sie dabei, sich einen Kundenstamm aufzubauen. Faltblätter in Schulen, Horten und ihr Internetauftritt informieren über ihr Angebot. Wer in den Ferien Abenteuer als Forscher oder Schriftsteller erleben möchte, kann sich gerne melden. Es sind noch Plätze frei.    

SZ am 3. Juli 2009


Kirche am 27. September 2009

 

15 Kinder und zwei Betreuer aus Weißrussland erholen sich in Görlitz

 

Christine Marakanow


Turmbau im Loenschen Park

Der Aktionskreis Kinder von Tschernobyl hat ein buntes Programm im Weinhübler Gemeindehaus organisiert. Bei Gasteltern wohnen die Acht- bis Zwölfjährigen.

 

Seit Ende Mai wird in den Gemeinderäumen der Versöhnungskirche Weinhübel wieder Russisch gesprochen. 15 Kinder und die Betreuer Nikolai Kazimerchuk und Watzlau Makarevitsch aus Weißrussland verbringen hier tagsüber schöne Stunden und erholen sich in Görlitz und Umgebung.

Der Görlitzer Aktionskreis Kinder von Tschernobyl hat für sie ein buntes Programm organisiert. Gasteltern kümmern sich abends und an Wochenenden um die Mädchen und Jungen, die meist aus schwierigen Familienverhältnissen kommen. Nach fast drei Wochen sei zu spüren, dass den Kindern der Aufenthalt gut tut, schätzt Katrin Völpel ein. Die Lebensberaterin für Kinder und Erwachsene vom "Senfkorn - Laden für LebensWachstum" hat das Programm im Blick. Sie kümmert sich um das Zusammenspiel aller Beteiligten und die Absprachen mit Gasteltern. Sie lässt sich allerhand einfallen, um die Tage im Weinhübler Gemeindehaus abwechslungsreich zu gestalten. Fast jeden Tag überrascht sie die Kinder am Morgen mit einem Spiel, einer Pantomime oder einer kleinen Geschichte und stimmt sie auf den Tag ein.

Neulich war "Turmtag" angesagt. Nach dem Frühstück erzählte Katrin Völpel die Geschichte vom Turmbau zu Babel. Danach wanderten die Acht- bis Zwölfjährigen zum Loenschen Park, um Türme aus Ästen zu bauen. Die Tour endete mit dem Aufstieg auf die Landeskrone. Hier fanden die Wanderer einen Schatz: Euro-Münzen, die in einem Café beim Eis-Essen umgesetzt wurden. Etwa sechs Stunden waren die Kinder unterwegs. Keines machte schlapp oder murrte, weil ihm der Weg zu weit war.

Inzwischen haben die Gäste Görlitz für sich entdeckt, unter anderem beim Blick vom Dicken Turm und beim Flüstern am Flüsterbogen, beim Besuch des Verkehrsgartens, auf Spielplätzen am Sechsstädteplatz und im Stadtpark, beim Kegeln sowie beim Rundgang im Naturkundemuseum. Gestern waren sie in Jonsdorf. Und sie haben noch einiges vor: Baden im Neißebad und Besuch des Tierparks und der Gaststätte "Zum Gebratenen Storch".

Zwischen den Ausflügen bleibt den Kindern in Weinhübel Freiraum und Zeit zum Verdauen der vielen neuen Eindrücke. Fünf ehrenamtliche Helfer kümmern sich im Gemeindehaus um ihr Wohl. Sie bereiten Frühstück vor, bringen das Mittagessen und kümmern sich abends um die Kinder bis sie von den Gasteltern abgeholt werden.

Die Zwischenbilanz fällt gut aus. Die Ausflüge haben uns "sehr gefallen", sagt Veronika. Und "schön war es hier", lobt Katja (8). Am Donnerstag kommender Woche heißt es Abschied nehmen. Dann feiern die Kinder mit Gasteltern, Helfern und Sponsoren.

 

SZ am 17. Juni 2010